Das eigene Stricktagebuch im Netz
von Thomas Gigold am September 15th, 2008, 12:16 Uhr

Weblogs sind “Internet-Tagebücher” – Webseiten also, auf denen Menschen ihren Alltag oder ihre Surftouren durch das Internet dokumentieren und niederschreiben. In Deutschland gibt es bereits hunderttausende Weblogs, und zunehmend werden die “Online-Tagebücher” auch von Menschen entdeckt, die entdecken, wie sie Andere am eigenen Hobby teilhaben lassen können.
In den unendlichen Weiten des Internet gibt es so mittlerweile Weblogs von Modellbauern, Technikbastlern – und Strickern. Weblogs, die sich vor allem um das Thema Stricken drehen werden meist als “Strickblogs” bezeichnet, und sie zeigen: Die Tage, an denen nur Oma mit dem Strickzeug auf der Couch saß sind vorbei. Stricker von heute sind aktive Menschen, die ihre Arbeiten nicht nur tragen oder verschenken, sondern auch zeigen wollen. Und genau dafür bieten Weblogs eine ideale Plattform, schließlich sind sie dank kostenfreier Services wie blog.de schnell eingerichtet: Einfach vorbei surfen, einen Namen für das eigene Blog ausdenken, einen Klick tätigen und schon kann es mit dem Schreiben und Bilder veröffentlichen los gehen.
Der Einstieg in das Thema Weblog ist kinderleicht. Und genau darüber haben wir mit der strickenden Bloggerin Sibylle (37) gesprochen. Die Hamburgerin befindet sich gerade in Elternzeit, beendet demnächst ihr zweites juristisches Staatsexamen mit der mündlichen Prüfung und schreibt in ihrem Weblog über ihre Strick-Projekte.
Wie bist Du zum Stricken gekommen, wann hast Du damit angefangen?
Angefangen habe ich im oder kurz vor dem Grundschulalter. Ich wollte einfach wissen, wie es geht und habe es mir dann zeigen lassen. Von der Oma, der Mutter und insbesondere das Socken-Stricken von einer Bekannten meiner Eltern in der Schweiz.
Nun veröffentlichst Du Deine aktuellen Strick-Projekte in einem
Weblog. Wie kamst Du auf die Idee damit anzufangen?
Ich habe dringend eine Anleitung gesucht, die es nur auf englisch
gab und die es nur in einem Buch gab. Also habe ich blauäugig auf meinem Weblog, das ich damals schon schrieb, nach einer Kopie der Anleitung gefragt. Währenddessen suchte ich nach fertigen Produkten dieser Anleitung im Netz, kam so auf englischsprachige Weblogs zum Thema Stricken und stellte fest: Dort wurden ganz interessante Sachen veröffentlicht. Also habe ich dann angefangen meinem Weblog auch den Strickteil meines Lebens hinzuzufügen.
Abgesehen davon zeigt man ja gerne was einem gut gelungen ist. Und bei einem Misserfolg oder Problemen kann man auf diesem Weg prima Rat einholen.
Hat Dich die Veröffentlichung im Blog weiter gebracht – deine Fähigkeiten oder Ansprüche an die eigenen Projekte verändert?
Die Veröffentlichung nicht, aber das Lesen diverser anderer Strickblogs
und Websites zu dem Thema, vorallem im englischsprachigen Raum. Ja mein Anspruch an mich ist auch höher geworden und ich habe neue Techniken er- oder kennengelernt, die die Qualität des Endproduktes erheblich gesteigert haben.
Geben Dir Leser Tipps oder Rückmeldungen?
Ja teilweise.
Was würdest Du jemandem empfehlen, der jetzt auch Lust hat seine Projekte mit einem eigenen Weblog zu begleiten? Eigenes Blog starten,
und dann …?
Viele andere Weblogs lesen, die einem interessant erscheinen und wenn
man etwas zu sagen hat, ruhig kommentieren. So werden andere auf einen
aufmerksam. Dabei sollte man allerdings die Spielregeln der Kommunikation beachten und nicht um Aufmerksamkeit “wimmern”.
Das Blog sollte gut gestaltet und übersichtlich sein, eine gute Lesbarkeit (Farbwahl Hintergrund/Schrift) bieten und wenig ablenkenden Schnickschnack wie blinkende Animationen haben.
Mir persönlich gefallen Blogs nicht, auf denen zu viele visuelle Reize oder schlechte Farbkontraste vorhanden sind, die lenken mich von dem eigentlichen Thema ab und dann habe ich kein Interesse mehr zu erforschen ob die Einträge lesenswert sind.
Auch die Qualität der veröffentlichten Fotos sollte ganz gut sein, damit
darauf auch etwas zu erkennen ist.
Was empfiehlst Du zum Einstieg in die Welt der Strickblogs?
Ich würde raten nach “Strickblog” zu googlen und dann die Ergebnisse
durchzugehen und auf einem gefälligen Blog die Links
auszuprobieren. So hab ich mir damals die Liste der für mich
interessanten Blogs zusammen gestellt. Die füllt sich dann irgendwann eh
von selber weiter.
Vielen Danke für das Interview!
Einen leichten Einstieg in die Welt der deutschen Strickblogs bietet zum Beispiel das Verzeichnis von Martina Hees. Und das Stricken schon längst nicht mehr nur Frauensache ist, beweist Sockenstricker Jürgen auf seinem eigenen Weblog. Wir wünschen viel Spaß beim erkunden!


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