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Rekordversuch: “Jeder ist eingeladen, mitzumachen!”

Dieser Artikel behandelt die modell-hobby-spiel 2008. Aktuelle Artikel finden Sie hier.

Während der modell-hobby-spiel verwandelt sich die Glashalle in ein Paradies für Drachenfreunde. Der gesamte Luftraum wird mit bunten Lenkdrachen gefüllt sein. Am Samstagnachmittag wird’s dann besonders spannend, denn Bernd Köpping von den Leipziger Drachenjongleuren wagt einen Rekordversuch: Ein Lenkdrachen soll an einer 25 Meter langen Leine geflogen werden. Ein Vorhaben, das nicht alltäglich ist. Wir sprachen über die Hintergründe mit Dietmar Schlottig, einem der Drachenjongleure.

Herr Schlottig, das Thema Drachen und Drachenbau beherrscht die modell-hobby-spiel seit langem. Nun sind Sie in der Glashalle. Betreten Sie damit neues Terrain?

Na, im Grunde genommen kehren wir zu den Wurzeln zurück. Denn als die Messe noch jung war und wir noch dem Drachenclub “Modschegiebchen” angehörten, stellten wir hier die ersten Drachen aus. Außerdem konnte man damals in der Glashalle auch selbst seinen Drachen steigen lassen. Später haben wir dann in den Messehallen internationale Wettkämpfe ausgetragen. Nun wollten wir eigentlich aufhören, weil sich eine gewisse Routine eingeschlichen hatte. Doch die Leipziger Messe bot uns die Glashalle an – da konnten wir einfach nicht nein sagen.

Weil die Glashalle besonders gut geeignet ist zum Drachenfliegen?

Das Kuriose ist: Die Bedingungen sind eigentlich richtig schlecht und trotzdem mögen wir sie. Der Grund ist der leichte Wind, der in der Halle geht. Der ist für Wettkämpfe überhaupt nicht geeignet. Darum gibt es die dieses Mal nicht, sondern Limbo-Shows, bei denen ein Drachen unter einer Limbostange fliegt. Und eben den Rekordversuch. Die spektakuläre Höhe von 27 Metern reizt uns. Da kann man durchaus mal eine 25-Meter-Leine versuchen.

Was Bernd Köpping dann tun wird.

Ja, er ist der einzige, der solche Höhen hinbekommt. Wenn sich aber ein anderer Drachenfreund auch beweisen will und sich bereit erklärt, den Rekord zu brechen, kann er sich gern versuchen. (schmunzelt)

Ist das eigentlich ein Guinness-Rekord oder wie muss man sich das vorstellen?

Nein, ein offizieller Guinness-Rekord nicht, aber eine Herausforderung für die Drachenszene. Sonst wird’s ja langweilig.

Was sicher jeden interessiert: Wie bekommt man in einer Halle, in der nur wenig Wind geht, einen Drachen auf 25 Meter Höhe?

Eigentlich ganz einfach: durch Bewegung. Unsere Drachen haben rund 2,50 Meter Spannweite und sind mit einem leichten Stoff bespannt. Insgesamt wiegt der Drachen maximal 200 Gramm. Mit denen stürzen wir aber nicht rennend durch die Hallen, sondern bewegen uns gleichmäßig laufend auf einer Kreisbahn. Das sind Bewegungsabläufe, die immer wieder kehren und man nicht so einfach beschreiben kann. Mit etwas Übung geht es relativ schnell, den Drachen auf die Höhe zu bekommen. Am Ende steht der Pilot auf der einen Seite am Boden, der Drachen auf der anderen in der Luft. Wir nutzen also den gesamten Luftraum und fliegen auch über die Köpfe der Zuschauer.

Kann man sich auf so ein ungewöhnliches Vorhaben eigentlich vorbereiten?

Nein, weil es keinen vergleichbaren Trainingsort gibt. Wir sind am Donnerstag vor der Messe das erste Mal da und werden dann ausgiebig testen. Und wir hoffen, dass sich unser Rekordversuch rumspricht und wir uns mit unseren Drachenfreunden aus Kerpen, dem Siegerland oder einigen französischen Enthusiasten, die jedes Jahr nach Leipzig kommen, messen können. Wir freuen uns schon sehr darauf.

Na dann wünschen wie Ihnen viel Spaß und natürlich viel Erfolg!

 

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