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Das Brettspiel: Vom Aussterben bedroht?

Dieser Artikel behandelt die modell-hobby-spiel 2008. Aktuelle Artikel finden Sie hier.

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Computer erobern unseren Alltag zusehens. Nicht nur im Büro und der Schule, sondern auch daheim, im Privaten. Kaum ein Jugendlicher, der heute nicht den eigenen PC im Kinderzimmer stehen hat.
Bedeutet der Einzug der Technik ein Ende des klassischen Brettspiels?
Klassiker wie Schach, Mühle oder Mahjong gibt es seit den ersten Tagen des Heim-Computer auch als PC-Umsetzung. Und zunehmend wandern auch moderne Klassiker wie Risiko, Monopoly oder Das verrückte Labyrinth auf PC und Spielekonsolen.
Werden wir also bald eher am Computer würfeln als reale Würfel am Tisch werfen?

Nein, ist sich Johannes Ebermann sicher. Der Berufsspieler und Projektmitarbeiter bei FamilyGames am Dresdner Felsenweg Institut sieht konventionelle Gesellschaftsspiele trotzt Videospielen weiter voll im Trend.
Und die Industrie gibt Ebermann durchaus Recht. Denn es gibt nicht nur Portierungen von Brettspielen auf Computer. Auch in die andere Richtung kann der Weg gehen, wie die aktuellen Brettspiel-Umsetzungen der beiden Online-Spiele Warcraft und EVE zeigen.

“Wenn sich die Familie zum Karten- oder Brettspiel um den Tisch versammelt, fördert das Gemeinschaftsgefühl, Kommunikation und soziale Kompetenz”, sagte der studierte Pädagoge Ebermann. Deutschland ist mit jährlich bis zu 400 neuen Karten- und Brettspielen das Land mit dem größten konventionellen Spielemarkt weltweit. Allein dies schon, so Ebermann weiter, zeige, dass Brettspiele trotz der digitalen Konkurrenz noch lange keine vom Aussterben bedrohte Art seien.
Das immer mehr auch elektronische Elemente in klassische Brettspiele Einzug halten – so gibt es Minicomputer statt klassischer Würfel oder Spielpläne werden mit Kontaktsensoren versehen, die über eine Box an das TV-Gerät angeschlossen werden können – seien “technische Finessen, die, aber das Gegenüber am Tisch beim Spiel ist nicht zu ersetzen können”, führt Ebermann aus und zeigt damit auch in Richtung Computer. Dort sei das Gemeinschaftserlebnis nicht so ausgeprägt, wie beim Brettspiel.

Ebermann ist für den Bereich FamilyGames des Dresdner Felsenweg Institut tätig, das mit mit Projekten und Aktionen das Gesellschaftsspiel, insbesondere das Brettspiel, wieder stärker in den Blickpunkt von Familie und Schulen rücken will.
Auch aus diesem Grund wird das Institut ab dem kommenden Jahr zusammen mit der modell-hobby-spiel einen neuen Spielepreis vergeben. Für den “Graf Ludo – Spielegrafikpreis des Jahres” werden einmalig nicht Spieleautoren sondern Spiele-Grafiker nominiert. Denn neben dem Spielekonzept ist für den Erfolg eines Spieles durchaus auch dessen Erscheinungsbild und Aufmachung ausschlaggebend. Dies will man mit dem neuen Spielepreis würdigen.

Von neuen, guten Spieleideen und -grafiken können sich Besucher der modell-hobby-spiel allerdings auch bereits in diesem Jahr beeindrucken lassen und noch einen Vorteil der klassischen Brettspiele erleben: Das gegenständliche, reale Anfassen eines Spieles. Denn auf der Messe, die morgen ihre Tore öffnet, bieten Ravensburger, Schmidt Spiele, Kosmos und die anderen anwesenden Spieleverlage eine große Auswahl an neuen Spielen zum direkten erleben an.

 

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