Modelle richtig fotografieren (1)
von Daniel Große am August 16th, 2009, 10:20 Uhr
Diverse Foren bieten Modellbauern die Gelegenheit, Fotos hochzuladen. Doch wie genau fotografiert man eigentlich Autos, Flugzeuge und andere Modelle richtig? In unserer Workshop-Reihe geben Profis Tipps.

Wer mit Leidenschaft und Hingabe seinem Hobby Modellbau frönt, will irgendwann einmal der Welt zeigen, was für Schätze im heimischen Hobbykeller entstehen. Diverse Foren bieten Modellbauern die Gelegenheit, Fotos hochzuladen. Doch wie genau fotografiert man eigentlich Autos, Flugzeuge und andere Modelle richtig? Auf der modell-hobby-spiel gibt es in diesem Jahr erstmals einen Fotobereich. Experten von Pixelnet erklären und zeigen hier, worauf es bei der Modellfotografie ankommt und wie die Fotos weiterbearbeitet, gedruckt und archiviert werden.
Aber auch Amateure kommen oft zu erstaunlichen Ergebnissen. Raik Gottschalk aus Berlin etwa. Der 29-jährige ist Außendienstmitarbeiter im Pharmabereich und leidenschaftlicher Plastmodellbauer. Seit rund eineinhalb Jahren betreibt Raik die Website scale-racing.com, auf der er seine Arbeiten präsentiert und den Bau verschiedener Modelle dokumentiert. Das erfordert natürlich gute Fotos. Wir sprachen mit ihm über sein Hobby und die Probleme, die beim Fotografieren von Modellen auftauchen.
Raik, wie kamst Du zum Plastmodellbau?
Eigentlich habe ich schon als Kind damit begonnen. Als ich im Jahr 2000 bei der Bundeswehr war, hab ich mich in der Freizeit an das schöne Hobby erinnert und wieder begonnen, Autos und Motorräder zu bauen.
Auf Deiner Website sieht man diverse Deiner Arbeiten. Sind das alles Bausätze?
Ja, ich baue nur Bausätze zusammen, ganz wenige Einzelteile fertige ich selbst. Beispielsweise Zäune für ein Diorama oder kleine Anhängerkupplungen. Ein Modell aus dem Nichts zu erschaffen ist aber nicht mein Ding, das würde mir zu lange dauern.
Kommen wir zur Fotografie. Welche Probleme hattest Du, als Du Deine ersten Modelle fotografieren wolltest?
Das Hauptproblem war, dass ich nicht genug Licht hatte. Entweder der Blitz löste aus, erzeugte unschöne Reflexe auf dem Modell und ließ es billig aussehen. Und ohne Blitz waren wichtige Details nicht zu erkennen.
Was hast Du getan?
Mich belesen und viel experimentiert. Mit Schreibtischlampen, Bauscheinwerfern und so weiter. Damit habe ich eine ausreichende Helligkeit erreicht, aber heraus kamen meist gelbe, vermatschte Fotos. Die Farbtemperatur stimmte absolut nicht. Irgendwann las ich dann von Tageslichtlampen. Und habe mir prompt zwei gekauft. Das Geld ist auf jeden Fall gut angelegt, wenn man viel fotografieren will und die Ergebnisse perfekt aussehen sollen.
Auf Deiner Website sind auch Reflexschirme zu sehen.
Ja, die braucht man sicher nicht unbedingt. Das schöne ist aber, dass sich das Licht verteilt und man nicht direkt auf das Modell strahlen muss. Auf dem Foto sieht man sehr schön, wie der Aufbau bei mir zu Hause aussieht. Das ist weniger Aufwand, als es aussieht.
Deine Dioramen hast Du auch so fotografiert?
Ja, nur der weiße Hintergrund muss dann natürlich ein wenig größer sein.
Welche allgemeinen Tipps hast Du sonst noch?
Ich würde Modelle immer von beiden Seiten beleuchten und ohne Blitz fotografieren. Außerdem verwende ich ein Stativ und den Selbstauslöser, um eventuelle Verwackler auszuschließen. Außerdem kann man unterschiedliche Testbilder mit verschiedenen Helligkeitswerten machen. Zur Kamera selbst: Man braucht nicht unbedingt eine digitale Spiegelreflex. Ich selbst habe auch nur eine kleine Casio aus dem mittleren Preissegment.
Vielen Dank für das Gespräch und weiter viel Spaß und Erfolg!
Ich danke Euch auch.

Faszination LEGO
Interview mit Spieleautorin Anja Wrede
Mein erstes Modell (Thomas Gigold)
Zu Besuch beim Brettspiel-Versand 'Spiele-Offensive'
Kreative entdecken das Netz als Marktplatz – Interview mit Suse Bauer
Mein erstes Modell (Daniel Große)