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Spiele: Sicherheit geht vor

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Seit Mitte des Jahres gilt in Europa eine neue Richtlinie für Spielzeugsicherheit. Zuständig für deren Überwachung und der Weiterbildung von Fachkräften ist der Deutsche Verband der Spielwarenindustrie.

Spiele: Sicherheit geht vor

sicherheit_300Der Fall sorgte 2007 für Schlagzeilen: In den USA hatte ein Kind versehentlich einen Magneten, der zu einem Spiel gehörte, verschluckt und ist an den Folgen gestorben. Bei weiteren Kindern mussten Notoperationen eingeleitet werden. Der Sicherheit von Kinderspielzeug gehört daher höchste Beachtung geschenkt. In Deutschland kümmert sich darum der Deutsche Verband der Spielwaren-Industrie e.V. (DVSI).

Seit 18. Juni diesen Jahres gilt Europa eine neue Spielzeug-Richtlinie. Wichtigster Kernpunkt: Spielzeug muss sicher sein. “Nötig wurde die Überarbeitung der Richtlinie, weil immer mehr und immer neuere Entwicklungen auf den Markt drängen”, sagt Jürgen Jagoschinsky, Projektleiter Qualitätsmanagement beim DVSI. Das Sicherheitskonzept basiert auf drei Pfeilern. Zum einen gibt es strengere Anforderngen an die Produktion und das Design. Außerdem gibt es erhöhte Pflichten für Hersteller und Importeure. Und zusätzlich sorgen verschärfte Kontrollen in der EU und den Außengrenzen dafür, dass nur geprüftes Spielzeug importiert wird.

sicherheit_240“Diese erhöhten Anforderungen geben den Verbandsmitgliedern zum ersten Mal eine Art Pflichtenheft an die Hand”, so Jagoschinsky. Auf diese Weise wüsste die Industrie, also die Hersteller, genau, was zu tun sei. Explizit benannt seien in der Richtlinie die Wirtschaftsakteure und ihre Aufgaben. Beispiele sind die Erstellung eines Beschwerdeverzeichnisses, die Pflicht, eine genaue Gebrauchsanweisung beizulegen sowie genaue Angaben auf der Verpackung zu machen oder auch eine Risikobewertung für die Produkte vorzunehmen. Alle 200 Mitglieder des DVSI werden regelmäßig weitergebildet. So bietet der Verband etwa die Weiterbildung eines Kaufmanns zur TÜV-geprüften Fachkraft Spielzeugsicherheit bis zum Qualitätsmanager Spielzeugsicherheit mit TÜV-Zertifikat an.

Interessant ist sicher noch dieses Detail: Jährlich werden auf Messen über eine Million Spielzeuge präsentiert. Trotzdem kommt es im Spielzeugbereich zu nur wenigen Rückrufen, die Störanfälligkeit der Produkte ist extrem niedrig. Schon heute gehören Spielzeuge zu den am besten geregelten Produkten. Untersucht werden unter anderem die mechanische, elektrische und chemische Sicherheit, die Hygiene, Akustik oder die Bedienungsanleitung.

Fotos: Jürgen Jagoschinsky: Rainer Justen. Baby: paleontour/flickr (Unter Lizenz Creative Commons Namensnennung)

 

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