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Vom Modell zum richtigen Auto

Dieser Artikel behandelt die modell-hobby-spiel 2009. Aktuelle Artikel finden Sie hier.

Normalerweise wird aus einem Auto einmal ein Modell. Nicht so beim Trabant nT – die Neu-Interpretation des DDR-Volkswagens nimmt den genau den entgegen gesetzten Weg – vom Modell zum realen Auto.

Vom Modell zum richtigen Auto

Normalerweise ist der Weg, den ein Auto zur eigenen Modellbau-Sammlung nimmt ja der: Ein Autokonzern baut ein Concept- oder Serien-Fahrzeug, und dann machen sich die Experten von herpa, Revell und Co. daran, dieses Auto in maßstabsgetreue Exemplare zu verwandeln.

Nicht so beim Trabant nT. Denn dieses Auto gab es erst als Modell, und dann als richtiges Auto.

Doch fangen wir von vorn an:


Im Jahr 2007 hatte herpa-Geschäftsführer Klaus Schindler eine Idee: 50 Jahre nach der Geburt des Trabant, wäre es Zeit für eine Neuauflage. Der Funken für diesen Gedanken stellte die Modellfertigung bei herpa dar, die 18 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer die deutsch-deutsche Auto-Ikone noch immer in hohen Stückzahlen produzierten. 18 Jahre nach Produktionsende erfreute sich die “Rennpappe” noch immer hoher Beliebtheit – in Ost und West.
Dieses nahm Schindler zum Anlass, um 2007 und anschließend auch auf der 2007er und 2008er Ausgabe der modell-hobby-spiel, sein in Modell-Form gegossenen Traum einer Trabant-Neuauflage zu präsentieren.

Die Publikumsreaktionen gaben Schindler Recht. Tausende nahmen an einer Umfrage zum “newTrabi” Teil und sprachen sich für eine Neuauflage aus.

2009, 20 Jahre nach dem Mauerfall, nun steht er da: Der fahrtüchtige Prototyp dessen, was mit einem Modell vor zwei Jahren begann.

Als modernes, umweltfreundliches Stadt-Auto kommt der auf den Namen “Trabant nT” getaufte, legitime Nachfolger des Ost-Autos daher. Der Trabant nT kommt mit einem reinen Elektro-Antrieb, Solarzellen auf dem Dach und insgesamt null CO2-Abgasen. Denn wo nichts verbrannt wird, wird auch kein Abgas erzeugt.
Am ursprünglichen Modell-Entwurf hat Designer Nils Poschwatta nochmals Hand angelegt. Der Auto-Designer kündigte seinen sicheren Job bei VW und widmete sich mit aller Kraft dem Trabant-Projekt. Unter seiner Hand entstand ein Auto, dass auf den ersten Blick als Trabant 601 erkannt wird, dabei aber trotzdem einen eigenen, modernen Charakter hat.

Gebaut wurde der Prototyp beim sächsischen Karosseriebauer indiKar, dessen Geschäftsführer Ronald Gerschewski gespannt in die Zukunft schaut. Denn: Der Prototyp könnte zwar sofort in Serie gehen, für eine Massenfertigung fehlt dem Projekt allerdings noch ein starker Investor. Bisher haben herpa, indiKar und eine Reihe von Partner-Unternehmen das notwendige Geld für die Entwicklung selbst aufgebracht. Nun muss ein Investor gefunden werden, der den Mut hat, den Trabant tatsächlich wieder auf die Straße zu bringen.

Investoren in Zeiten der Wirtschaftskrise zu finden ist sicherlich kein einfaches Unterfangen. Dessen ist sich auch Gerschweski bewußt. Er sieht trotzdem Chancen – für das Projekt ebenso, wie für potentielle Investoren: “Hier bietet sich eine einmalige Chance, mit einem neuen, unbelasteten Produkt an den Markt zu gehen. Und das in Zeiten, in denen Nachhaltigkeit und neue Antriebstechnologien mehr den je gefragt sind.”
Einen Wunschinvestor hat indiKar im Moment nicht, man suche breit. Geldgeber könnten nicht nur aus der Autobranche kommen, denkbar wäre auch ein Konsortium oder ein Energie-Riese wie e-on oder RWE. “Sicherlich braucht ein Projekt wie dieses Mut, aber ‘Trabant’ ist eine weltweit eingeführte Marke, die jetzt nur besser werden kann, als es das Original war”, zeigt sich Gerschewski optimistisch.

Bis wir einen fabrikneuen, umweltfreundlichen Trabant wirklich wieder auf der Straße sehen werden, müssen noch einige Hürden genommen werden. Als Modellbauer kann man sich den Trabant nT aber schon heute in die eigene Garage stellen, denn natürlich produziert herpa als Ruderhaltendes Unternehmen (und Inhaber der Marke “Trabant”) bereits den Trabant nT in klein. Zu sehen auf der modell-hobby-spiel.

 

Ein Kommentar

  1. Sandra
    September 21st, 2009 at 10:04

    Ich finde das extrem spannend. Habe den Trabant nT auf der IAA gesehen und finde ihn richtig schick, denke der hätte eine gute Chance gegen den Mini. Ich drücke dem Projekt die Daumen. Aber ich glaube, die meisten, die sich begeistert von dem Projekt zeigen würden den neuen Trabi eher nicht kaufen. Oder?

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