Mini-Kamera für Modellbauer und Co.
von Daniel Große am September 15th, 2010, 08:11 Uhr
Sie wird als “kleinste Videokamera der Welt” beworben. Tatsächlich kommt die Guncam im Miniformat daher und eignet sich darum wunderbar für den Einsatz im Modellbau. Wir sprachen mit Hersteller Matthias Jansing.
Sie ist nicht größer als ein Schlüsselanhänger und erinnert eher an eine Fernbedienung für das Garagentor als an eine Videokamera. Ein Display gibt es nicht. Lediglich die kleine Öffnung, hinter der sich das Objektiv verbirgt, lässt erahnen, dass es sich hier um eine Kamera handelt. Guncam heißt das Wunderwerk, das durchaus akzeptable Videos mit annehmbarem Sound produziert.
Herr Jansing, wie kam die Guncam auf den deutschen Markt?
Ich habe im Januar diesen Jahres die Kamera in den USA entdeckt und wollte sie unbedingt für den deutschen Markt haben. Ich stellte allerdings schnell fest, dass es das Produkt von diversen Anbietern in unterschiedlich schlimmen Qualitäten gibt. Also recherchierte ich, fand einen einzigen wirklich guten Hersteller und lizenzierte die Guncam für Deutschland.
Am 14. April diesen Jahres habe ich mich dann selbständig gemacht und zeigte die Kamera erstmals auf der Intermodellbau in Dortmund. Ich hatte 50 Stück mit und hoffte, alle im Laufe der Messetage zu verkaufen. Bereits am ersten Tag waren diese 50 Stück innerhalb von 20 Minuten weg. Das war eine Sensation für mich, man warf mir Geld zu und ich hatte keine Ware mehr. Also handelte ich schnell, beauftragte sofort eine Firma mit der Erstellung einer Website und ließ Flyer drucken, um den Interessenten wenigstens etwas in die Hand geben zu können. Mittlerweile läuft das natürlich professioneller, ich habe bereits mehrere tausend Kameras verkauft und vergrößere den Absatz ständig, weil nicht nur Modellbauer, sondern auch Sportler und Motorradfahrer darauf aufmerksam werden.
Was ist das Faszinierende an der Kamera?
Ganz eindeutig das geringe Gewicht und die kleine Baugröße. Ich selbst bin Flugzeugmodellen hoffnungslos verfallen, habe mittlerweile eine ansehnliche Flotte diverser Modelle zum Thema des 2. Weltkriegs angeschafft und wollte schon immer eine Kamera haben, um meine Flüge zu filmen. Daher auch der Name Guncam. Im 2. Weltkrieg hatte die US-Airforce zur Beweissicherung immer eine Kamera am Maschinengewehr. Der Name hat sich im Laufe der Zeit für die Kamera durchgesetzt.
Erzählen Sie uns was zur Technik.
Die Kamera schafft 30 Bilder pro Sekunde in einer Auflösung von 720 x 480 Pixeln. Das Mikro hat eine Rauschunterdrückung. Selbst bei hohen Geschwindigkeiten ist – neben etwas Fahrtwind – auch noch das Motorgeräusch bei Flugzeugen und Modellautos zu hören. Außerdem wiegt die Kamera nur 15 Gramm. Wenn man das Gehäuse weglässt, was durchaus geht, sind es nur noch 9 Gramm. Dann kann man die Guncam auch in eine H0-Lok einbauen und sich die Fahrten über die Anlage in fantastischen Bildern ansehen.
Mittlerweile gibt es verschiedene Haltesysteme für’s Fahrrad oder Motorrad und Saughalter für’s Auto. Auch werden wir Exemplare mir größeren Akkus herstellen, um die Aufnahmezeit zu verlängern. Derzeit liegt die Akkuleistung bei 90 bis 120 Minuten. Pro halbe Stunde nimmt die Kamera 2 Gigabyte auf. Auch als Webcam ist die Guncam einzusetzen. Dafür gibt es bei mir auf der Website ein Tool zum Herunterlden.
Vielen Dank für das Gespräch!
Im Einsatz kann man die Kamera in diversen Videos auf Youtube und Vimeo sehen. Diese beiden hier etwa:


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