Spielegrafiker?
von Ruth am August 9th, 2011, 06:58 Uhr
Wie wird man Spielegrafiker?
Der klassische Weg ist sicher, Kommunikationsdesign zu studieren. Viele Kolleginnen und Kollegen kommen über die Buchillustration zur Spielegrafik. Und wieder andere interessieren sich für Spiele und möchten daher in diesem Bereich arbeiten.
Sie haben mittlerweile mehr als 50 Kinder- und Familienspiele bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht und teilweise auch illustriert. Wie entstand ihr Berufswunsch?
Ich zeichne schon mein ganzes Leben lang gerne und habe mir trotzdem zunächst kein entsprechendes Studium zugetraut. Bei meiner ersten Festanstellung im Designteam von HABA hatte ich dann das Glück, mit Horst Dwinger auf einen offenen Abteilungsleiter zu treffen. Eigentlich war ich dort als Redakteurin angestellt. Dwinger hat mir aber die Chance gegeben, etwas Eigenes zu entwickeln. Und so entstand meine erste Spielegrafik “Dreikäsehoch”, eine grobausgeschnittene Collage aus farbigem Karton, die ich nachträglich mit Gouache bemalt hatte. Gleich danach kam “Lalelu”. Diese Illustration mag ich auch heute noch gerne.
Wie frei ist ein Spielegrafiker in seiner Gestaltung?
Grafiken für Spiele unterliegen in der Regel viel mehr funktionalen Eckdaten und Vorgaben als Buchillustrationen. Zum Beispiel haben Kärtchen eine vorgegebene Größe und vorgegebene Motive, Spielpläne haben Felder in definierten Größen und Farben. Diese Vorgaben, an denen ich mich als Grafiker entlang arbeite, kommen vom Verlag.
Anders ist das natürlich bei Projekten, die für die “Edition Siebenschläfer” entstehen. Die Edition ist der Eigenverlag von Claudia Hartmann und mir. Da stammt oftmals auch das Spielkonzept von mir. Oder Claudia und ich erarbeiten gemeinsam eine Idee, wie bei unserer Herbstneuheit.
Die Idee zur Illustration wächst bei diesen Projekten in der Regel parallel mit der Entwicklung des Spielkonzeptes. Das Wachsen der Ideen geschieht im Alltag – manchmal durch “konkretes herumspinnen auf großen Zetteln”, manchmal während ich gerade etwas ganz anderes tue oder denke. Für diese Fälle habe ich ein Notizbuch dabei.
Oder ich beschmiere die Rückseiten von Kassenzetteln, Postkarten … oder ich bitte meine Begleitung, sich Einfall XX anzuhören und zu merken. Im letztgenannten Fall tut mir mein Gegenüber zuweilen leid, weil meine Ideen in diesem Stadium in der Regel nicht sehr verständlich formuliert sind, ich jedoch ziemlich euphorisch herumquatsche und es sicher nicht immer einfach ist, auf diese Zustände verständnisvoll und freundlich zu reagieren.
Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg beim Herumspinnen. Wir freuen uns auf das jüngste veröffentlichte Spiel von Anja Wrede “Karla Kuchenfee” für 3-4 Kinder ab 5 Jahren. Es wurde für den “Graf Ludo“, den einzigen Spielegrafikpreis Deutschlands, nominiert. Die Gewinner des Wettbewerbs werden auf der kommenden modell-hobby-spiel bekannt gegeben. Anja Wrede bastelt schon an der Erweiterung “Karla Kuchenfee Obstsalat”. Sie soll noch im Herbst 2011 erscheinen.
Biografische Notiz:
Die in Berlin lebende Pädagogin Anja Wrede, Jahrgang 1968, hat seit 1995 mehr als 50 Kinder- und Familienspiele bei verschiedenen Verlagen veröffentlicht und teilweise auch illustriert. Darüber hinaus schreibt sie Texte zum Thema Spiel und leitet Seminare.
Fotos: Anja Wrede
Aktuelle Informationen auch auf Facebook unter:
www.facebook.com/edition7schlaefer




Am Sonnabend fand die Vorrunde statt. Gesprochen wurde nur wenig und wenn, dann in der Wettkampfsprache Englisch. 16 Teilnehmer qualifizierten sich für das Halbfinale am Sonntag. Im Finale direkt im Anschluss traten nur noch vier Spieler auf der Insel Catan an, um ihre Siedlung am Besten auszubauen.

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