hobby360° - Das Online-Magazin zur modell-hobby-spiel in Leipzig

Informationen und Interviews zu Modellbau, Modell-Eisenbahn, kreatives Gestalten, Spiele

Fragen an die Projektdirektorin

Am Freitag beginnt in Leipzig die modell-hobby-spiel, Deutschlands besucherstärkste Messe für kreatives Gestalten, Modellbau und Spiele. Über 100.000 Besucher werden wieder erwartet. Maßgeblich verantwortlich für den Erfolg der Messe sind Anette Schmeier und ihr Team. Wir sprachen mit der Projektdirektorin.

Frau Schmeier, seit wann beschäftigen Sie sich mit der modell-hobby-spiel?
Seit 1997. Damals haben wir mit 150 Ausstellern begonnen die wir kontinuierlich auf mehr als 600 steigern konnten.

Was sind Ihre Aufgaben?
Ich bin vor allem für die Konzeption und die Steuerung der Messe zuständig. Dazu gehört die Budgetierung, das Kontaktieren von Ausstellern und Partnern sowie die Koordination der, beispielsweise, Werbe- und Pressearbeit. Es ist also nie langweilig.

Wie groß ist Ihr Team?
Unser Kernteam besteht aus vier in allen Branchen kompetenten Kolleginnen. Mit voranschreitender Zeit bis zur Veranstaltung selbst kommen sukzessive unsere Serviceabteilungen dazu, wie die Werbung, Presse, Protokoll, Kundenservice und auch die Finanzbuchhaltung. Im Kernteam selbst bekommen wir in der Hochphase auch Unterstützung durch Auszubildende aus dem Unternehmen.

Was macht den Reiz dieser Messe aus?
Die Branchenvielfalt der Messe ist aus meiner Sicht ein großer Vorteil und macht den Reiz dieser Messe aus. Diese Angebotsbreite bietet für jeden Besucher mit Interesse an Modellen, Spielen und der kreativen Gestaltung eine Informationsplattform. Zudem kann man sehr vieles direkt auf der Messe testen und ausprobieren.

Was ist jetzt, kurz vor der Messe, noch zu tun?

Viele kleine Aufgaben – unser Tagesgeschäft. Das geht von der Beantwortung von Aussteller- und Besucheranfragen über letzte Absprachen zu unseren vielseitigen Sonderschauen bis hin zur Vorbereitung der Pressekonferenz. Es muss an alles gedacht werden, damit alle, Aussteller, Besucher und Partner, zufrieden sind.

Warum sollte man die Messe unbedingt besuchen?
Neben den zahlreichen Workshops zum Ausprobieren sind die vielen Neuheiten unserer Aussteller besonders interessant. Außerdem können Rekordversuche und Wettkämpfe bestaunt werden. Es gibt für jeden etwas zu erleben: vom Modellbau über die Modellbahn bis hin zum Gesellschaftsspiel und kreativen Gestalten.
Besondere Highlights sind unsere Flugshow bei Nacht, Kreativ-live-Ateliers, viele Spiele-Turniere, die Deutsche Yo-Yo Meisterschaft oder auch Modenschauen mit Produkten aus Hundertwasser-Wolle. Darüber hinaus bieten wir Modellbau-Neulingen mit unserer Aktion „Starthilfe Modellsport“ auf einer zentral gelegenen Aktions- und Informationsfläche professionelle Beratung und die Möglichkeit zum Selbstbauen und Testen an.

Wofür interessieren Sie sich am meisten?
Ich male gern – wenn ich dazu Zeit finde. Beim Spielen bin ich kein Freund von langen Anleitungen, es muss einfach zu handhaben sein und zur Entspannung führen.

Wir danken für das Gespräch und wünschen eine erfolgreiche Messe!


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Elektronik im Brettspiel und Anleitungen als Video

Anhänger von Brettspielen kommen während der modell-hobby-spiel voll auf ihre Kosten. Zahlreiche Aussteller bringen ihre neuesten Entwicklungen mit und laden zum Mitspielen ein. Einer davon ist die Spiele-Offensive. Der Versandhandel im Internet wurde von Robert Letsch und Frank Noack gegründet. Wir besuchten die beiden in ihrem Büro in einem Gewerbegebiet in Merseburg.


Erzählt uns doch bitte zuerst, wie Ihr begonnen habt.

Frank Noack: Gegründet haben wir uns im Mai 2002. Seitdem betreiben wir den Versandhandel mit Gesellschaftsspielen. Angefangen haben wir bei Robert im Keller, auf etwa drei mal drei Metern. Bereits nach drei Monaten sind wir in eine große Halle gezogen. Im August 2006 erfolgte nochmals in Umzug an den jetzigen Standort mit 450 Quadratmetern Büro- und 1200 Quadratmetern Lagerfläche.


Wie kommt man eigentlich auf die Idee, einen Versandhandel für Gesellschaftsspiele zu gründen? Gab es damals Bedarf in dieser Hinsicht?

Robert Letsch: Eigentlich sind wir mit dem Anspruch gestartet, einen Trendshop zu etablieren. Frank ist Softwareentwickler und hatte gerade ein Shopsystem für einen Kunden programmiert. Dummerweise trat dieser vom Vertrag zurück. Also nutzten wir das entstandene System und bauten einen Shop auf, der aktuelle Spieletrends verkaufte. Unter anderem „Carcassonne“ und „Die Siedler von Catan“. Beide liefen super – der Rest nicht so. Also haben wir das Sortiment umgestellt und uns nur auf Gesellschaftsspiele orientiert. Was bis heute funktioniert.

Wie groß ist Euer Sortiment?

Frank Noack: Wir können mit Fug und Recht behaupten, das größte Sortiment an Brett- und Gesellschaftsspielen zu haben. Insgesamt sind es wohl um die 4000 Spiele. Dazu kommen bei der Puzzle-Offensive rund 3500 Puzzle-Motive. Dazu nochmal tausende Würfel bei der Würfel-Offensive und unseren anderen Spielzeug-Shops. In allen sechs Shops zusammen sind es um die 16.000 Artikel.

Wie wählt Ihr Euer Sortiment aus?

Frank Noack: Zuerst bedienen wir natürlich den Mainstream von den großen Verlagen. Das ist das, was die meisten Leute kennen. Dazu kommen die Klassiker wie Mühle, Dame, Schach, Mensch ärgere Dich nicht, die immer wieder bestellt werden. Und natürlich wollen wir auch die meist interessanten Entwicklungen der kleinen Verlage anbieten. Wir werden durch Weblogs oder Zeitungsberichte darauf aufmerksam und listen die Produkte ein. Manche Verlage treten auch direkt an uns heran. Insgesamt sind wir bemüht, alle Gesellschaftsspiele anzubieten, die es gibt.

Robert Letsch: Und im Puzzlebereich wollen wir vor allem Vielfalt. Das heißt, dass wir von einem Motiv nicht zehn Versionen anbieten, sondern dafür lieber viele verschiedene Bilder haben. Dazu gibt es im Würfelbereich bei uns nahezu alles, was man sich vorstellen kann. Achteckige Würfel, Farbwürfel, riesengroße oder ganz kleine und so weiter.

Worauf dürfen wir uns von Euch während der modell-hobby-spiel freuen?

Frank Noack: Auf der Messe haben wir unter anderem einen Stand, an dem wir Gesellschaftsspiele und Puzzle verkaufen. Darüber hinaus gibt es einen Stand mit Holzeisenbahnen. Das ist quasi unser neuestes Baby, erkennbar ein der großen Thomas-Lokomotive.

Spielt Ihr selbst gern?

Frank Noack: Ohja, auch wenn wir vielleicht nicht so fanatisch sind wie einige unsere Kunden (lacht). Aber wir kennen uns natürlich aus und betrachten die Spiele nicht nur aus den Zahlen heraus. Abgesehen von den Klassikern spielen wir immer wieder die neuen und interessanten Dinge. Unser Job hat dabei den Nachteil, dass man jedes Spiel nur ein- bis zweimal spielt. Was wir aber immer wieder rausholen sind die Siedler von Catan, Puerto Rico oder Phase 10.

Ihr betreibt ja auch Trendanalysen und seid so immer am Puls der Zeit. Wohin geht der Trend im Bereich der Brettspiele?

Frank Noack: Was man wirklich beobachten kann ist, dass die Elektronik auch am Spieltisch Einzug hält. Das aktuelle Kinderspiel des Jahres von Ravenburger „Wer war’s?“ ist fast schon ein Computer. Auch andere neue Spiele kommunizieren elektronisch mit den Spielern. Es gibt viele Puristen, die das kategorisch ablehnen, aber der Trend geht eindeutig dahin. Auch DVDs werden zunehmen eingesetzt. Ein Spielleiter auf dem Bildschirm erklärt, was zu tun ist. Und selbst bei Monopoly hat mittlerweile die EC-Karte mit entsprechendem Lesegerät Einzug gehalten.

Robert Letsch: An den Spielmechanismen selbst ändert sich aber kaum was. Spiele, die neue Ansätze bringen fristen oft zu unrecht ein Nischendasein. Bei Space Dealer beispielsweise musste mit Sanduhren die Rohstoffproduktion simuliert werden. Alle Spieler haben dabei gleichzeitig gespielt. Das war interessant, wurde aber kaum beachtet. Bei Polarity wurden die Abstoßungskräfte von Magneten genutzt. Auch das war kommerziell eher ein Flop. Dagegen war Khronos richtig erfolgreich. Hier wird mit dem Phänomen der Zeitreise gespielt. Das Spielfeld gibt es in drei verschiedenen Zeiten, was sich auf den Verlauf des gesamten Spieles auswirkt. Klingt kompliziert, ist aber erfolgreich.

Zurück zu den aktuellen Neuheiten: Wie kommen neue Spiele bei den Kunden an?

Frank Noack: Das Haupthemmnis sind die Spielregeln. Viele Leute haben Angst davor, sich ein Spiel zu kaufen und dann die Regeln nicht zu verstehen. Darum werden Brettspiele heute vor allem nach Empfehlungen verkauft, oder wenn man sie schon einmal selbst mitgespielt hat. Darum sind die Messen für uns so wichtig.

Robert Letsch: In Sachen Spielanleitung gibt es bei uns nun aber etwas Neues: Jeder Kunde erwirbt mit dem Kauf des Spieles das Recht, sich eine Anleitung auf Video anzusehen. Damit braucht niemand mehr Angst vor zu komplizierten Spielregeln haben. Die Videos produzieren wir in einem kleinen Studio selbst. Die Filme sind strukturiert aufgebaut, so dass man zu einer beliebigen Stelle wie Basiswissen, Tipps & Tricks oder Spielvarianten springen kann. Das wird sehr gut angenommen, wir haben sogar schon nur Videos verkauft, ohne das entsprechende Spiel dazu. Das zeigt uns, dass dafür Bedarf besteht.

Wir danken für das Gespräch. Viel Erfolg weiterhin und eine schöne Messe!


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Rekordversuch: “Jeder ist eingeladen, mitzumachen!”

Während der modell-hobby-spiel verwandelt sich die Glashalle in ein Paradies für Drachenfreunde. Der gesamte Luftraum wird mit bunten Lenkdrachen gefüllt sein. Am Samstagnachmittag wird’s dann besonders spannend, denn Bernd Köpping von den Leipziger Drachenjongleuren wagt einen Rekordversuch: Ein Lenkdrachen soll an einer 25 Meter langen Leine geflogen werden. Ein Vorhaben, das nicht alltäglich ist. Wir sprachen über die Hintergründe mit Dietmar Schlottig, einem der Drachenjongleure.

Herr Schlottig, das Thema Drachen und Drachenbau beherrscht die modell-hobby-spiel seit langem. Nun sind Sie in der Glashalle. Betreten Sie damit neues Terrain?

Na, im Grunde genommen kehren wir zu den Wurzeln zurück. Denn als die Messe noch jung war und wir noch dem Drachenclub “Modschegiebchen” angehörten, stellten wir hier die ersten Drachen aus. Außerdem konnte man damals in der Glashalle auch selbst seinen Drachen steigen lassen. Später haben wir dann in den Messehallen internationale Wettkämpfe ausgetragen. Nun wollten wir eigentlich aufhören, weil sich eine gewisse Routine eingeschlichen hatte. Doch die Leipziger Messe bot uns die Glashalle an – da konnten wir einfach nicht nein sagen.

Weil die Glashalle besonders gut geeignet ist zum Drachenfliegen?

Das Kuriose ist: Die Bedingungen sind eigentlich richtig schlecht und trotzdem mögen wir sie. Der Grund ist der leichte Wind, der in der Halle geht. Der ist für Wettkämpfe überhaupt nicht geeignet. Darum gibt es die dieses Mal nicht, sondern Limbo-Shows, bei denen ein Drachen unter einer Limbostange fliegt. Und eben den Rekordversuch. Die spektakuläre Höhe von 27 Metern reizt uns. Da kann man durchaus mal eine 25-Meter-Leine versuchen.

Was Bernd Köpping dann tun wird.

Ja, er ist der einzige, der solche Höhen hinbekommt. Wenn sich aber ein anderer Drachenfreund auch beweisen will und sich bereit erklärt, den Rekord zu brechen, kann er sich gern versuchen. (schmunzelt)

Ist das eigentlich ein Guinness-Rekord oder wie muss man sich das vorstellen?

Nein, ein offizieller Guinness-Rekord nicht, aber eine Herausforderung für die Drachenszene. Sonst wird’s ja langweilig.

Was sicher jeden interessiert: Wie bekommt man in einer Halle, in der nur wenig Wind geht, einen Drachen auf 25 Meter Höhe?

Eigentlich ganz einfach: durch Bewegung. Unsere Drachen haben rund 2,50 Meter Spannweite und sind mit einem leichten Stoff bespannt. Insgesamt wiegt der Drachen maximal 200 Gramm. Mit denen stürzen wir aber nicht rennend durch die Hallen, sondern bewegen uns gleichmäßig laufend auf einer Kreisbahn. Das sind Bewegungsabläufe, die immer wieder kehren und man nicht so einfach beschreiben kann. Mit etwas Übung geht es relativ schnell, den Drachen auf die Höhe zu bekommen. Am Ende steht der Pilot auf der einen Seite am Boden, der Drachen auf der anderen in der Luft. Wir nutzen also den gesamten Luftraum und fliegen auch über die Köpfe der Zuschauer.

Kann man sich auf so ein ungewöhnliches Vorhaben eigentlich vorbereiten?

Nein, weil es keinen vergleichbaren Trainingsort gibt. Wir sind am Donnerstag vor der Messe das erste Mal da und werden dann ausgiebig testen. Und wir hoffen, dass sich unser Rekordversuch rumspricht und wir uns mit unseren Drachenfreunden aus Kerpen, dem Siegerland oder einigen französischen Enthusiasten, die jedes Jahr nach Leipzig kommen, messen können. Wir freuen uns schon sehr darauf.

Na dann wünschen wie Ihnen viel Spaß und natürlich viel Erfolg!


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Warmlaufen mit sieben Tonnen

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Im Rahmen der heutigen Pressekonferenz zur modell-hobby-spiel 2008 präsentierte Hans Seiffert einen Vorgeschmack auf seinen spektakulären Rekord-Versuch, den er während der Messe unternehmen will: Mit einem Modell-Truck will der Berliner einen rund 23 Tonnen schweren Lastkraftwagen samt Anhänger ziehen.

Zum Aufwärmen hängte Seiffert heute “nur” eine sieben Tonnen schwere Volvo-Zugmaschine an sein Modell. Das hat bereits einige Rekordversuche und Lebensjahre hinter sich: Immerhin seit 20 Jahren läßt Seiffert seinen speziell angefertigten Modell-Schlepper schwere Lasten wie Wägen, Autos und U-Bahnen ziehen. Der Mini-Mercedes schafft mit seinem 12 Volt-Motor und einem speziell übersetzten Getriebe dabei fast schon spielend leicht mehrere Tonnen.
“Das Schwierige ist die Anfahrt”, erklärt Seiffert. “Gerade Gummireifen haben immer eine leicht unterschiedliche Auflagefläche und Wandung. Dazu kommt der Boden, der immer etwas anders ist und bei dem man dann unter Umständen nicht die gleiche Bodenhaftung hat, wie bei einem anderen. All das macht es schwer, und dies zu überwinden ist das eigentlich Entscheidende.” Rollt das Gespann erst einmal, kann fast schon nichts mehr schief gehen.

Trotz zwanzig Jahren Erfahrung ist Seiffert bei jedem seiner Auftritte noch nervös: “Das gehört dazu, deswegen schnalle ich mir die Fernbedienung für das Modell auch um und halte sie nicht nur fest.” Bei jedem Auftritt geht es für Seiffert am Ende immer auch um seine Ehre als Modellbauer.
Deshalb auch verwehrt sich der Berliner auch gegen Betrugsunterstellungen: Dass während des Rekord-Versuchs immer jemand im großen LKW sitzt hat Sicherheitsgründe. “Bei einer Veranstaltung hat man mir einmal unterstellt, ich würde mit meiner Fernbedienung auch den großen Truck fahren und mein Modell überhaupt nicht in Wirklichkeit ziehen lassen”, erzählt Seiffert. “Doch dafür kann mir niemand genug zahlen, dass ich mit solchen Flunkereien meine Modellbauer-Ehre verspiele.”

Nicht nur um die Ehre geht es übrigens bei Seifferts Versuch auf der modell-hobby-spiel. Am Ende soll der Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde stehen. Dort ist Seiffert zwar bereits mit dem Rekord vertreten, allerdings nur mit einer Zuglast von 22,4 Tonnen. “Ich bin zuversichtlich, dass da noch ein wenig mehr geht”, so der Rekordhalter.

Einen unerfüllten Traum hat Seiffert am Ende dann aber trotzdem noch: “Ich würde gern einmal einen Stealth Bomber ziehen. Aber dafür braucht es den richtigen Sponsor.”


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“Bei der Spieleentwicklung wechseln sich euphorische und frustrierende Momente ab” – Interview mit Spieleautorin Anja Wrede

Seit der Mensch einigermaßen zivilisiert über das Antlitz der Welt stolpert hat er auch das Spielen für sich entdeckt. Brettspiele unterhalten Menschen – egal ob jung oder alt – bereits seit Jahrhunderten. Daran ändern auch Computer in der Neuzeit kaum etwas.

awrede_sw.jpgWir haben uns mit Anja Wrede unterhalten. Die Spieleautorin und Illustratorin entwickelt seit mehr als 10 Jahren Spiele für Kinder, darunter die ausgezeichneten Brettspiele Brummi-Rennen und die Insel der Schmuggler.
Mit Ihr sprechen wir über den Alltag als Spieleautor, wie man mit einer eigenen Spieleidee umgeht und über die Zukunft der Brettspiele.

Ich möchte gern mit der Frage starten, die mir – und sicherlich auch unseren Lesern – am meisten unter den Fingernägeln brennt: Wie sieht der Alltag eines Spieleentwicklers aus? Setzen Sie sich morgens vor ein weißes Blatt Papier und haben am Abend ein fertiges Spielbrett und eine Anleitung?

Nein, es war bisher noch nie so – ich benötige mehr Zeit, und oft auch Denkpausen, in denen ich an anderen Projekten arbeite.

Mein Alltag beginnt mit einer Hunderunde mit meinem Hund – dabei grübele ich manchmal schon über Projekte nach, manchmal nutze ich die frische Luft einwach, um wach und fit zu werden.
So gegen 9 Uhr beginne ich mit meinem Arbeitstag. Das Spieleentwickeln ist für mich ein Teil meiner Arbeit, die anderen Teile bestehen aus: Illustrationen anfertigen und abstimmen, Texte verfassen, Seminare halten.

Wenn also gerade das Spielentwickeln Thema ist – entweder, weil es ein Projekt mit Termin gibt oder eine Idee meinen Kopf so sehr blockiert, dass ich mich auf nichts anderes konzentrieren kann – dann nehme ich die schon bestehenden Zutaten zu Hand oder schreibe die ersten Ansätze auf, um sie aus dem Kopf zu bekommen. Dann überlege ich daran weiter.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich bei jedem Projekt euphorische und frustrierende Momente abwechseln … doch meist schaffe ich es, durch Arbeit an anderen Projekten und kurze oder längere Denkpausen, aus der manchmal deprimierenden Phase herauszukommen und eine Lösung zu finden.

Es gibt also immer wieder mal leere weiße Blätter … oder auch bereits vollgekritzelte Seiten in meinem Ideenbuch. Wenn das Konzept steht, kann allein das Gestalten und Herstellen von Spielmaterial durchaus einige Tage in Anspruch nehmen – das ist dann kein produktionsreifes Muster, aber eben eines, dass den ersten Test übersteht und alle wichtigen Elemente enthält. Und dann kann es wieder korrigiert werden wird …

Wie sind Sie dazu gekommen Spiele zu entwickeln? Gab es ein besonderes Erlebnis das Sie dazu gebracht hat?

Das war eigentlich ein Glücksfall in meiner Berufsbiografie: Ich habe Anfang der 90er Jahre ein Praktikum bei einem Verlag gemacht und dort die Aufgabe bekommen, mit vorhandenen Materialien neue Spiele zu entwickeln. Das habe ich versucht … und es ist mir gelungen.

Nun sind Sie seit einigen Jahren selbständige Spieleautorin und veröffentlich vor allem Kinderspiele. Warum Spiele für Kinder? Sind diese einfacher oder schwerer zu entwickeln?

Ob sie einfacher oder schwieriger zu entwickeln sind als Spiele für Erwachsene kann ich gar nicht sagen – die Herangehensweise ist eben eine ganz Andere: Es kommt auf Reduktion an, insbesondere was die Fülle der Regeln und den Zugang zum Spiel angeht. Es muss viel über die Optik passieren.
Diese Herangehensweise liegt mir, was sicher auch damit zu tun hat, dass ich viel zeichne und auch oft über ein Thema oder eine Beobachtung den Einstieg in ein neues Projekt finde.

Außerdem gibt es auch noch die altersgemäßen Vorgaben, die ich zu beachten gelernt habe: Spiele zum Beispiel, bei denen alle gleichzeitig spielen und Schnelligkeit verlangt wird, sind meistens erst für Kinder ab ca. fünf Jahren geeignet – die Vierjährigen können einfach noch nicht so schnell reagieren. Dieser Punkt ist schwieriger umzusetzen – wer Spiele für Erwachsene entwickelt, muss auf altersbedingte Entwicklungsschritte und Wissenstand keine Rücksicht nehmen.

Wie gehen Sie man mit einer Idee um? Sprechen Sie mit Freunden darüber und entwickeln das Brett und die Regeln danach? Machen Sie Test-Spielrunden?

Das handhabt sicher jeder ein wenig anders. Bei mir ist es so, dass ich in den Euphoriephasen dazu neige, meine Freunde “vollzutexten”. In den deprimierenden Phasen versuche ich manchmal auch im “darüber Reden” mit Freunden Lösungen für die Probleme zu finden, die aufgetreten sind. Ich spreche also eigentlich immer zu bestimmten Zeiten mit bestimmten Leuten über meine laufenden Projekte.

Die Testrunden folgen dann in jedem Fall, die finden bei meinen Projekten im Kindergarten und im Hort statt. Oder mit befreundeten Familien, wenn es passt.

Es gibt zehntausende Spiele auf der Welt. Haben Sie manchmal auch Ideen zu Spielen, bei denen Sie dann feststellen: Die gibt es ja schon?

Bei den Projekten, die ich entwickle, spielen oft das Thema und die Umsetzung eine wichtige Rolle: Ja, das ist mir schon passiert. Zuerst erschrecke ich mich, schaue mir dann mit etwas Abstand das betreffende Spiel an und entscheide dann, ob mein Projekt leider zu ähnlich ist (… und deshalb im Papierkorb verschwinden muss) oder ob es sich doch mehr unterscheidet, als der erste Eindruck vermuten lässt (… und ich deshalb weiter daran arbeiten kann).

Natürlich kenne ich nur einen Bruchteil aller Spiele, die es insgesamt gibt. Aber wenn ich auf Messen unterwegs bin, schaue ich schon, welche neuen Spiele es gibt. Eben auch, um auszuschließen, dass ich an etwas arbeite, was bereits veröffentlicht ist.

Angenommen ich habe eine eigene Spieleidee, wie gut stehen heute die Chancen diese zu veröffentlichen? Ist es einfacher oder schwerer als vor 10 Jahren?

Das kann ich gar nicht so pauschal beurteilen: Es gibt heute meiner Wahrnehmung nach etwas mehr Verlage in Deutschland, die Spiele für Kinder veröffentlichen. Aber es gibt eben auch mehr Autoren, die in diesem Bereich arbeiten. Was leider in jedem Fall so ist: Spiele haben – wie auch Bücher – heute eine viel kürzere Laufzeit als vor 10 Jahren. Sie haben also viel weniger Zeit, um sich durchzusetzen und bekannt zu werden.
Heute wie auch vor 10 Jahren kommt es darauf an, seine Idee zum richtigen Zeitpunkt beim richtigen Verlag vorzustellen – etwas Glück und Timing ist also in jedem Fall dabei.

Wohin kann man sich mit seiner Idee wenden? Mit wem kann ich ins Gespräch kommen, wenn ich Fragen zur Spieleentwicklung habe?

Es gibt in Deutschland mehrere Autorentreffen.
Dort gibt es zum einen die Möglichkeit sich mit Kollegen auszutauschen, zum anderen bieten vor allem die Treffen in Göttingen und München die Möglichkeit direkt Kontakte zu Verlagen zu bekommen.
Zu ganz allgemeinen Fragen zum Thema, wie “Hilfe, ich habe ein Spiel erfunden, was muss ich jetzt tun …”, gibt es mittlerweile viele gute Informationsquellen im Netz. Zum Beispiel bei Ravensburger.

Und auch auf der Leipziger modell-hobby-spiel gibt es einen Anlaufpunkt: Den Stand der Spieleautorenzunft SAZ. Dort beantworten Mitglieder des Berufsverbandes der Spieleautoren ehrenamtlich Fragen.
Die SAZ bietet viele weitere Informationen und man kann über sie Kontakt zu anderen Spieleautoren aufnehmen und ihn erhalten.

Zum Abschluss unseres Gesprächs lassen Sie uns einmal in die Zukunft blicken: Immer mehr Jugendliche sitzen heute eher vor dem Computer als am Tisch, um Brettspiele zu spielen. Mittlerweile wandern Spiele wie Monopoly, Die Siedler von Catan oder das diesjährige Spiel des Jahres, Keltis, auch auf den Computer. Sterben Brettspiele bald aus?

Ich glaube nicht – dazu muss man sich in meinem Arbeitsbereich nur anschauen, wie viel Spaß Kinder und auch Familien gemeinsam beim Spielen haben.
Obwohl auch die Kleinen immer fitter am Computer sind, werde ich in meinen Testrunden immer freudig begrüßt. Spiele sind einfach ein wunderbares Medium um gemeinsam Zeit zu verbringen … und im besten Fall auch eine tolle.
Obwohl ich zugeben muss, dass ich auch schon einmal gegen den Gameboy verloren habe: Ich hatte einen Testtermin im Hort vereinbart und dieser Tag war gleichzeitig einer der seltenen Gameboy-Tage, weil der Erzieher mein Kommen nicht eingetragen hatte. Die Kinder waren letztlich so in das digitale Spielen vertieft, dass ich mit ungespielten Spielen und einem neuen Termin von dannen zog …

Ich glaube allerdings, dass, so lange es Menschen gibt, die sich für Spiele einsetzen, Brettspiele weiter bestehen werden.
Auch Bücher gibt es ja weiter, trotz der Konkurrenz des Computer.

Vielen Dank für das Interview.


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Kreative entdecken das Netz als Marktplatz – Interview mit Suse Bauer

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Suse Bauer ist eine von vielen Kreativen in Deutschland, die den Staub vom Image des heimelnden Kreativen entfernen. Die Berlinerin gestaltet außergewöhnliche Puppen und verkauft diese über das Internet. In Zeiten, in denen sich Menschen Produkte mit mehr Individualität wünschen und das Besondere Geschenk für ihr Kind suchen, tummeln sich zahlreiche Kreative im Internet und bieten ihre Werke an. Plattformen wie dawanda stellen dafür einen Marktplatz zur Verfügung, der handgefertigte Produkte und ihre Macher in den Mittelpunkt stellen.
Wir sprachen mit Suse Bauer über Ihre Ideen, ihre Puppen und den Marktplatz dawanda, auf dem sie ihre Werke verkauft.

suse_bauer.jpgDu bist Illustratorin und Grafikdesignerin. Wie bist Du dazu gekommen die am Computer gezeichneten Figuren auch in Form von Stoffpuppen zu verwirklichen?

Ich arbeite meine Illustrationen nicht nur am Computer, sondern auch ganz klassisch mit Stift und Papier – und Illustrationen dann zu Puppen zu verarbeiten war lediglich der Schritt in die Dreidimensionale. Der Schritt wurde allerdings letzten Endes durch meine Kinder veranlasst, die die meisten in den Läden angebotenen Puppen nicht gut fanden. Und ich mochte den Gedanken, dass die Kinder eine einmalige Lieblingspuppe haben, die es eben nicht noch eine Million mal aus der Massenproduktion zu kaufen gibt.
Zudem habe ich bei selbstgearbeiteten Sachen auch im Griff, woraus die Puppen bestehen – die Stoffe sind alle aus hochwertiger Produktion und zudem vorgewaschen – Gefahren durch Chemikalien werden also minimiert – und gefüllt werden die Tiere mit anti-allergener Puppen-Watte. Also ideal für Babys und Kleinkinder.

Die ersten Modelle hast Du für Deine Kinder gefertigt. Wann kam der Gedanke die Figuren auch zu verkaufen?

Seit 2 Jahren habe ich einen Blog, in dem ich über Familiengeschichten schreibe, nette Kinderbücher vorstelle, über schöne Kinder-Locations und
-Events in Berlin und alles mögliche berichte. Und dort stellte ich ganz einfach mal Fotos von den Sachen ein, die ich für die Osterdeko und meine Kinder genäht hatte (mit Stoff-Osterhäschen und
Monster, Hasen und Mädels begann es) und bekam eine umwerfende Resonanz von Blog-Lesern, viele, viele Mails von Leuten, die gerne solche Tiere bestellen und kaufen wollten.
Geplant war das so nicht.

familienfoto_01.jpgDeine Figuren sind Piraten, freche kleine Monster oder süße Roboter.
Wie kommst Du auf Ideen für Deine Figuren?

Viele Ideen kommen durch die Geschichten, die meine Kinder mir oder ich meinen Kindern erzähle – und so spiegeln viele der RevoluzZza-Wesen vor allem die Interessen meines Sohnes wider: Piraten, wilde Monster (eines der Lieblingsbücher meiner Kinder ist der Klassiker von Maurice Sendak “Wo die wilden Kerle wohnen”), Roboter, Drachen usw.
Kinderbücher sind auch ganz oft eine Inspirationsquelle – die zuckersüßen Hasen- und Katzen-Mädchen-Puppen, die ich momentan recht viel nähe und die sehr beliebt sind, wurden ursprünglich durch den Max aus “Wo die wilden Kerle wohnen” inspiriert, der ein Wolfskostüm trug.
Anregend finde ich auch die wunderbaren Zeichnungen von Ida Bohatta, Sibylle von Olfers – aber auch Mangas, Kinderzeichnungen usw.

Für Deine Figuren nutzt Du zum Teil aussergewöhnliche Muster und Stoffe. Wie kommst Du darauf – gehst Du in Läden und kaufst diese für eine Figur oder kaufst Du sie und hast danach die Einfälle zur Figur?
Woher beziehst Du die Stoffe?

Tatsächlich achte ich sehr darauf, ungewöhnliche Stoffe zu verwenden. IKEA bietet zwar auch immer wieder schöne und außergewöhnliche Stoffe – aber die werden dann von so vielen Leuten verwendet, dass ich meistens verzichte (obwohl ich die Stoffe für Anfänger ausgesprochen empfehlen kann, denn sie lassen sich sehr gut verarbeiten).
Ich kaufe meine Stoffe meistens im Internet, viele sind aus den USA oder auch Japan und Großbritannien. In Berlin gibt es zudem einen schönen und außergewöhnlichen Stoffladen: Frau Tulpe, dort gibt es auch gute Nähkurse.
Und mal sind die Stoffe zuerst da – mal kaufe ich extra für eine Idee. Das ist ganz unterschiedlich.

Du nutzt zum Vertrieb nicht wie man es vermuten würde eBay sondern dawanda – einen Marktplatz, auf dem man handgefertigte Produkte kaufen und verkaufen kann. Wie bist Du auf die Plattform aufmerksam geworden?

Ich kenne dawanda eigentlich von Anfang an, weil ich Social Shopping [Erklärung] als Konzept an sich interessant fand (ich bin Designerin und Konzepterin für
Neue Medien). Ich kannte vorher schon etsy [Erklärung], das ja zunächst lediglich ein eCommerce-System für Kreative war und sich dann zur Social Shopping-Plattform entwickelte und das Vorbild für dawanda ist. Da etsy in erster Linie den nord-amerikanischen Markt abdeckt, fand ich dawanda als deutsche/europäische Alternative natürlich wunderbar.

Was ist der Vorteil von dawanda?
Ebay fände ich als Marktplatz für meine Sachen nicht gut – auch wenn manche Kreative ebay ganz gerne nutzen.
Ich finde die Social Shopping und -Networking-Idee hinter dawanda sehr gut.
So eine Plattform bietet viele Möglichkeiten der Inspiration, des Austausches und auch der Zusammenarbeit von Kreativen. Und hier findet man eben auch wirklich nur Kreative – anders als bei ebay, das ja wirklich nur eine Verkaufsplattform und nichts weiter ist.

Würde ich meine eigenen Produkte bei dawanda verkaufen wollen, welche Tipps könntest Du mir mitgeben?

Mach’ schöne – aber auch wirklich ehrliche Fotos! Also bitte nicht an den Fotos rumretuschieren und möglichst das Produkt von vorne, hinten, oben,
unten, mit allen wunderschönen Details, aber auch Macken und Kanten fotografieren – denn sonst ist die Enttäuschung beim Kunden groß und das
Ganze macht keinen Spaß mehr.
Beschreibe deine Sachen klar und eindeutig, benenne verwendete Materialen, Größe, spezielle Eigenheiten des Produktes (meine Sachen sind z.B. fast immer babysafe und haben keine verschluckbaren Kleinteile an sich – ein Detail, das vielen Käufern wichtig ist)…

Und weil dawanda Social Shopping ist und man eben etwas Besonderes, ein handgemachtes Original kaufen möchte, ist es schön, wenn ein Produkt noch eine kleine Geschichte hat und dadurch eine spezielle persönliche Note bekommt: Warum hast Du ausgerechnet diesen Schnitt für den Rock gewählt? Was ist an der Farbkombination besonders schön? Und was ist Dir vielleicht passiert, was Dich zum Nähen des kleinen Stoff-Affen inspirierte?
Denn die Darstellung des Ganzen ist eben kein unwichtiger Punkt – man kann die wunderschönsten Sachen herstellen, aber wird sie nie verkaufen, wenn man die Leute nicht darauf aufmerksam macht, weil man nur ein verschwommenes, dunkles Foto einstellt und man gerade die nötigsten Angaben zum Produkt schreibt.

Vielen Dank für das Interview!

Suse Bauers Label “revolzZza” findet man hier im Internet, eine Galerie ihrer Arbeiten kann man hier ansehen und ihre kaufbaren Arbeiten findet man bei dawanda hier.


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Das eigene Stricktagebuch im Netz

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Weblogs sind “Internet-Tagebücher” – Webseiten also, auf denen Menschen ihren Alltag oder ihre Surftouren durch das Internet dokumentieren und niederschreiben. In Deutschland gibt es bereits hunderttausende Weblogs, und zunehmend werden die “Online-Tagebücher” auch von Menschen entdeckt, die entdecken, wie sie Andere am eigenen Hobby teilhaben lassen können.

In den unendlichen Weiten des Internet gibt es so mittlerweile Weblogs von Modellbauern, Technikbastlern – und Strickern. Weblogs, die sich vor allem um das Thema Stricken drehen werden meist als “Strickblogs” bezeichnet, und sie zeigen: Die Tage, an denen nur Oma mit dem Strickzeug auf der Couch saß sind vorbei. Stricker von heute sind aktive Menschen, die ihre Arbeiten nicht nur tragen oder verschenken, sondern auch zeigen wollen. Und genau dafür bieten Weblogs eine ideale Plattform, schließlich sind sie dank kostenfreier Services wie blog.de schnell eingerichtet: Einfach vorbei surfen, einen Namen für das eigene Blog ausdenken, einen Klick tätigen und schon kann es mit dem Schreiben und Bilder veröffentlichen los gehen.

Der Einstieg in das Thema Weblog ist kinderleicht. Und genau darüber haben wir mit der strickenden Bloggerin Sibylle (37) gesprochen. Die Hamburgerin befindet sich gerade in Elternzeit, beendet demnächst ihr zweites juristisches Staatsexamen mit der mündlichen Prüfung und schreibt in ihrem Weblog über ihre Strick-Projekte.
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Zeig mal her! Modellversium präsentiert Modelle aller Art

Modellbauforen gibt es viele. Klar, der Austausch von Wissen, Informationen und Techniken ist für Modellbauer oft Gold Wert. Einen anderen Weg geht Modellversium.de. Die Website ist vor allem ein Showroom für fertige Modelle jeglicher Art und zählt heute zu den größten Plattformen ihrer Art. Wir sprachen mit Tim Vereecke, einem der Initiatoren. Der 29-Jährige ist selbst Modellbauer und nun Chefredakteur des Magazins.

Herr Vereecke, was drückt der Name Modellversium aus und können Sie uns einiges über die Anfänge sagen?

Sehr gern. Begonnen wurde die Website 2001 von Christoph Klawitter, der auch nach wie vor noch der Betreiber ist. Da er aber nun in Aghanistan arbeitet, habe ich die Redaktionsleitung übernommen. Christophs Grundgedanke war damals, eine deutsche Modellbauseite im Internet zu etablieren, weil es nur verschiedene englischsprachige gab. Von Anfang an hat er auf den persönlichen Bezug zu den künftigen Benutzern gesetzt. So wurde ein Chat eingeführt und die Möglichkeit, eigene Beiträge einzusenden. Der Name Modellversium soll ausdrücken, dass wir ein Universum von Modellen abbilden. Naja, zumindest versuchen wir das. (lacht)

Das ist heute quasi der eigentliche Ansatz von Modellversium, oder?
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