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Von der Zwangskarosse zum Kultauto: Trabi-Minimodell von Revell

Worin liegt die Faszination des Trabis  – knapp 21 Jahre nach der Friedlichen Revolution?

Der Trabi, das Symbol der Wiedervereinigung, war für uns schon vor der “Friedlichen Revolution” ein “Muss” im Modellbau. Er repräsentiert die automobile Geschichte Ost genauso wie der VW-Käfer für die Entwicklung im Westen steht. Mit der Wende bekam er einen gewissen Kultstatus, was uns dann 1990 veranlasst hatte, ein Modell herauszubringen. Dieser einfach gehaltene Modellbausatz entwickelte sich bei uns zum erfolgreichsten Automodell aller Zeiten. Vom Trabant-Bausatz wurde zwischen 1990 und 2001 insgesamt 268.300 Stück verkauft. Anlässlich “20 Jahre Mauerfall” haben wir dann im Jahr 2009 ein völlig neues, sehr anspruchsvolles Modell entwickelt. Auch dieses hat sich als Erfolg erwiesen. Bisher gingen 33.700 Stück über die Ladentische.

Vorderansicht des Trabi-Modellbausatzes von Revell 20 Jahre nach dem Mauerfall

Vorderansicht des Trabi-Modellbausatzes von Revell 20 Jahre nach dem Mauerfall

Wer sammelt die Trabi-Minimodelle? Ist das ein deutsches oder internationales Phänomen?

Der Trabi ist in erster Linie ein deutsches Thema, wobei es keinen Unterschied mehr zwischen Ost und West gibt. Die Sammlerleidenschaft im Ausland hängt davon ab, wie viele Originalautos in die jeweiligen Länder verkauft wurden. Holland ist zum Beispiel verrückt nach Trabis.

Was braucht man außer Fantasie, um sein Minimodell zu verschönern?

Die meisten Modellbauer holen sich die Anregungen für einen Umbau bei den Originalfahrzeugen. Auf den alljährlich stattfindenden Trabi-Treffen, speziell dem ITT in Zwickau, zeigen die Besitzer die unglaublichsten Fahrzeugvarianten. Das gibt einem Modellbauer reichlich Input zu einem Umbau seines Objektes. Im Internet ist das zahlreich dokumentiert. Übrigens befindet sich kaum ein Trabi noch im Originalzustand. Wir selbst haben für unsere Produktentwicklungsarbeiten lange gesucht, bis wir endlich ein Fahrzeug in der Urform gefunden hatten.

Vorlage für das Revell-Modell: Original-Trabi auf der modell-hobby-spiel 2009

Vorlage für das Revell-Modell: Original-Trabi auf der modell-hobby-spiel 2009

Wie sah das bisher außergewöhnlichste Trabi-Modell aus?

Diese Frage kann ich momentan noch nicht beantworten, denn ich werde in diesem Jahr noch viele ungewöhnliche Modelle sehen. Derzeit führen wir einen Trabi-Modellbauwettbewerb durch und erwarten bis zum Beginn der modell-hobby-spiel noch eine Reihe von umgebauten Mini-Rennpappen. Wir sind gespannt auf den Ideenreichtum und das Umsetzungsvermögen der Bastler und Tüftler. Den schönsten und kreativsten Umbau honorieren wir mit attraktiven Preisen.

Welche Erwartungen habe Sie an Ihren Wettbewerb zur kommenden modell-hobby-spiel?

Wir haben noch nie etwas Vergleichbares durchgeführt, daher lassen wir uns bei Revell gerne überraschen. Zur Messe selbst sind wir sicher, mit dieser Modellschau einen attraktiven Eye-Catcher zu haben. Vielleicht schaffen wir ja sogar gemeinsam einen Eintrag in das Guiness-Buch der Rekorde als weltweit größte Ansammlung von Trabant-Modellen im Maßstab 1:18 oder kleiner an einem Ort.

Vielen Dank, Herr Taubert, wir drücken Ihnen die Daumen für den Weltrekord!

Fotos: Rainer Justen (Modell) und Tom Schulze (Original-Trabi)


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Mein erstes Modell (Daniel Große)


Wenn man mal von diversen kleinen Häusern meiner Modelleisenbahn absieht, so stand dieser Tage das erste Modell meines Lebens vor mir. Und wartete darauf, zusammengebaut zu werden. Geschenkt bekam ich es, wie alle Journalisten, bei der Pressekonferenz in der vergangenen Woche: eine Antonov AN-124. Sein echtes Vorbild kann 150 Tonnen Fracht aufnehmen und war einst das größte jemals gebaute Frachtflugzeug. In diesem Jahr wurde die Produktion wieder aufgenommen, eben wegen des Erfolgs im Logistikbereich.

Nun fühlt man sich als Pressevertreter ja geehrt, wenn man ein solch anspruchsvolles Modell geschenkt bekommt. Ob es nun gleich Skill-Level 5 von Revell sein musste, darüber lässt sich aber streiten. Trotzdem wollte ich das schöne Modell nicht im Karton lassen und machte mich am Folgetag der Pressekonferenz ans Werk.

Erste Erkenntnis: Modellbau heißt vor allem “kleinteilig”. Keine Ahnung, wie viele Einzelteile das Modell hat, aber es sind viele. Zweite Erkenntnis: Ich brauche Leim. Welchen, weiß ich nicht. Im Einkaufsmarkt greife ich zu einem, der eine Dosierspitze mitbringt und auch Plastik kleben kann. Funktioniert sogar erstaunlich gut. Dritte Erkenntnis: Zeitung ist als Unterlage nur bedingt geeignet. Unweigerlich passiert es, dass man Druckerschwärze an den Fingern hat, die sich wunderschön auf die weißen Flugzeugteile verteilt.


Vierte und wichtigste Erkenntnis: Modellbau macht Spaß! Ja, wirklich! Zwar ist es anfänglich etwas schwierig, die richtigen Teile in der richtigen Richtung so zusammenzukleben, dass es am Ende auch so aussieht wie auf der Zeichnung. Hat man es dann aber geschafft und sieht man, wie das Modell nach und nach entsteht, kann man kaum aufhören. Darum gehe ich jetzt wieder an den Basteltisch. Nächstes Level: Nichtmal fingernagelgroße Abziehbilder auf Cockpitteile kleben. Also dann…


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